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Mathies Schwarze antwortete einmal auf die Frage eines Ausstellungsbesuchers, wie lange er denn brauche, um eine Vase herzustellen: 30 Jahre! Denn das unablässige Weiterlernen hat eben seine Dauer. Gediegen, das kommt von gedeihen, und hat mit Zeit, mit sehr viel Zeit zu tun… Diese Antwort stammt aus den 1990er Jahren, heute müsste die Antwort wohl lauten: 45 Jahre!

Mathies Schwarze (1944* in Krefeld) beginnt 1962 seine Ausbildung zum Keramiker mit einer Töpferlehre, später folgt der Besuch der Meisterklasse bei Hubert Griemert und endet 1968 mit der Meisterprüfung.
Schon 1968 wird er erster Preisträger im Landeswettbewerb und im Laufe der Zeit folgen zahlreiche Ausstellungen, Auszeichnungen und Publikationen. Seine Arbeiten sind in zahlreichen Museen und Sammlungen vertreten. Nach vielen Jahren Berufstätigkeit in England, Belgien, Deutschland und Frankreich kommt Mathies Schwarze 1997 in die Schweiz und eröffnet hier seine Töpferei in Oeschgen im Fricktal. 2002 gründet er seine Keramikschule, wo er die Ausbildung bis zur eidgenössischen Lehrabschlussprüfung anbietet. Er organisiert jährliche Bildungsreisen zu den wichtigen Zentren der Keramik im In- und Ausland und ist Organisator des Keramikfestivals in Oeschgen.
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Mathies Schwarze bleibt den Grundsätzen seines Lehrers Hubert Griemert bis heute treu: Beschränkung auf die Gefässkeramik, vollkommene Beherrschung von Material und Drehtechnik. Das Gefäss als Einzelstück steht im Zentrum seiner Arbeit. Töpfer aus Überzeugung und sich selbst in der Tradition eines alten Handwerks sehend, ist für ihn die Fertigkeit des Drehens unverzichtbare Grundlage für die Arbeit am keramischen Gefäss.
Mit seiner unglaublichen Perfektion an der Töpferscheibe lässt er aus einem formlosen Klumpen Ton schlanke Vasen mit lang und dünn hochgezogenen Hälsen, bauchige Vasenformen mit Tellerförmig sich weitenden Öffnungen, perfekt gespannte Doppelwandgefässe entstehen. Die Formate reichen von zentimetergrossen Väschen bis zu halbmeterhohen Bodenvasen, aus einem Stück gedreht, versteht sich!
Neben der Gefässform, ist die Entwicklung von Glasuren ein weiteres wichtiges Anliegen des Gestalters. Das Brennen der Gefässe geschieht, je nach Glasur bei oxidierender oder reduzierender Ofenatmosphäre. Seit einigen Jahren entstehen auch unglasierte Gefässe aus dem Schmauchbrand.


Das Lebenswerk von Mathies Schwarze fasziniert und überzeugt in seiner Konsequenz, Präzision und Schönheit – Einstimmig hat die Jury für den Prix Ramstein 2010 an der MUBA dem Gestalter den ersten Preis zugesprochen.






